Nahrungskette
Öko-Landbau
Berufsschule
Landwirtschaft
Nahrungsketten: ökologische Bedeutung – Bestandteile

Definition (Fachbegriff)

Beziehung zwischen Lebewesen nach dem Prinzip „fressen und gefressen werden“ (Räuber – Beute oder Parasit – Wirt). Eine geschlossene Nahrungskette besteht aus Produzenten, Konsumenten und Destruenten
(Beispiel der Nahrungskette in einem Gewässer).

Funktionaler Zusammenhang:

Am Anfang der Nahrungskette stehen die Produzenten (insbesondere Pflanzen), die die zum Wachstum benötigte Energie aus dem Sonnenlicht mittels der Photosynthese gewinnen sowie dem Boden Nährstoffe entziehen.

Die Konsumenten 1. Ordnung (Phytophagen = Pflanzenfresser) ernähren sich von den Produzenten und dienen wiederum zur Ernährung der Konsumenten höherer Ordnung (Zoophagen = Räuber (Fleischfresser) oder Parasiten). Beispiel: Pflanze, Schmetterlingsraupe, Raubinsekt, Insektenfresser, Greifvogel.

Geschlossen wird die Nahrungskette durch zersetzende Organismen (Destruenten, Reduzenten oder Saprophagen = Bestandsabfallfresser), die die abgestorbenen Lebewesen erneut für die Pflanzen verwertbar machen (Detritus, Mikroorganismen).

Wird ein Glied der Nahrungskette beseitigt (z. B. durch Pestizideinsatz, Pestizide), so kann sich das vorhergehende Glied ungehemmt entwickeln, während die nachfolgenden Glieder durch Nahrungsmangel vermindert werden.

Bei der Verwertung der Nahrung geht ein großer Teil der im Nährorganismus gespeicherten Energie verloren. Auf jeder Stufe der Nahrungskette kann der Verlust bis zu 90 Prozent betragen. Deshalb kommt auf einen Konsumenten höherer Ordnung eine sehr große Anzahl von Produzenten. Ein solcher Energieverlust entsteht z. B. bei der Rinder- oder Schweinefütterung mit hochwertigem Importgetreide (Veredelungsprodukte). Das Aufwand-Nutzen-Verhältnis von Energieeinheiten beträgt z. B. bei Rindern 10:1, Milch 5:1, Schweinen 3:1. Stellt man die Mengenverhältnisse graphisch dar, erhält man eine Nahrungspyramide.

Von Bedeutung ist die Nahrungskette auch bei Schadstoffen in Lebensmitteln. Werden schwer abbaubare Schadstoffe von einem am Anfang der Nahrungskette stehenden Organismus aufgenommen (z. B. Pflanzen, Samen), so kann sich dieser Schadstoff im Verlauf der Nahrungskette immer stärker anreichern, so dass das Endglied, der sogenannte Top-Konsument, bereits für ihn toxische Mengen des Schadstoffs aufnimmt und chronisch oder tödlich dadurch geschädigt wird (z. B. die Abnahme der Eischalendicke durch DDT oder PCB im Fettgewebe von Graureihern).

Quelle: Umweltlexikon - Katalyse

Bezug zum Öko-Landbau

Der Öko-Landbau versucht, den Kreislauf zwischen den Gliedern der Nahrungskette möglichst energetisch günstig zu beeinflussen bzw. jede Stufe artgerecht zu nutzen.

Weitere Informationen bei den Zielen des Öko-Landbaus (A 2a S.1)

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- e) Nahrungskette ::: Seite 9 :::
aktualisiert: 08.08.2003 11:58
W. Janka
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