Boden-
fruchtbarkeit
Öko-Landbau
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Landwirtschaft
Boden, Humus – Zusammenhänge

Die Spatendiagnose

Die einfachste, schnellste und für den Praktiker wichtigste Methode der Bodenuntersuchung ist die Spatendiagnose, die ursprünglich von Johannes Görbing bereits in den 30-er Jahren entwickelt wurde. Bei dieser Methode wird mit Hilfe eines speziellen Flachspatens ein Bodenziegel so aus dem Boden gehoben, dass er möglichst wenig verändert wird (siehe schematische Darstellung).

Anhand der Aggregatgrößen, Struktur, Verdichtung, Horizonte, Durchwurzelung, Feinwurzeln, Stickstoffknöllchen, Feuchteverteilung und organischen Substanzen kann dann die lebendige Fruchtbarkeit des Bodenprofils bestimmt werden.

Die Spatendiagnose ist eine Schätzmethode, keine Messmethode. Das heißt, dass das Ergebnis nicht aus einer oder mehreren exakt nachprüfbaren Zahlen besteht, sondern aus einem Gesamteindruck, der aus der Abschätzung verschiedener Faktoren entsteht, die Bodenfruchtbarkeit kennzeichnen. Dennoch ergibt die Spatendiagnose – einige Übung vorausgesetzt – eine sehr exakte Beschreibung des Bodenfruchtbarkeitszustandes und bringt sofort Ergebnisse und Entscheidungshilfen für praktische Bewirtschaftungsmaßnahmen.

Jede Bewirtschaftungsmaßnahme sollte erst nach einer Spatendiagnose entschieden und hinterher mit dieser überprüft werden. Durch regelmäßige Anwendung zu veschiedenen Zeitpunkten, auf verschiedenen Flächen und unter verschiedenen Pflanzbeständen bekommt man sehr schnell Übung und wird sehr sicher im Bewerten der einzelnen Fruchtbarkeitsfaktoren.

Der schriftliche Spatendiagnose-Befund

Zusätzlich zur fotografischen Dokumentation ist es notwendig, einen schriftlichen Spatendiagnose-Befund zu erstellen, um die momentane Situation festzuhalten und sie mit weiteren Situationen im Lauf der Bodenentwicklung oder mit anderen Böden vergleichen zu können. Aus verschiedenen Formularvorschlägen und den Bedürfnissen der einfachen Handhabung, die sich in hunderten von Spatendiagnosen ergeben haben, wurde ein einfaches Formular für den Spatendiagnose-Befund entwickelt.

Diese Form der Aufzeichnung erlaubt ein relativ schnelles schriftliches Festhalten der Bodensituation vor Ort und ergibt ein anschauliches Bild vom Zustand der Ackerkrume, das durch den Vergleich mit einer Fotografie sinnvoll ergänzt wird. Im Folgenden sollen einige Hinweise zum Ausfüllen des Spatendiagnose-Befundes gegeben werden.

Der Auswertungsbogen besteht neben den allgemeinen Angaben zu Standort, Bewuchs und sonstigen Anmerkungen aus 8 Spalten, die vor allem die Bereiche Bodenstruktur, Wurzelbild und Bodenfeuchte umfassen. Die Profiltiefe von 35 cm ist jeweils in Abstände von 5 cm unterteilt.

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aktualisiert: 08.08.2003 11:58
H. Bartels – W. Janka
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