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Boden, Humus – Zusammenhänge

Der Humus im Boden

Definition

Humus ist die dunkle, abgestorbene organische Substanz im und auf dem Boden, die sich in allen Stufen der Zersetzung befindet. Dazu gehören alle abgestorbenen pflanzlichen und tierischen Stoffe sowie deren Umwandlungsprodukte.

Funktionen

Der Humusgehalt ist eine wichtige Bodenkenngröße. Bodeneigenschaften wie die Struktur, der Lufthaushalt, die Durchwurzelbarkeit, die Nährstoffdynamik stehen in starkem Zusammenhang mit dem Humusgehalt des Bodens. Die Erosions- und Verschlämmungsgefahr ist bei hohen Humusgehalten deutlich niedriger. Mit der Kenntnis des Humusgehaltes können die ackerbaulichen Maßnahmen optimiert werden.

Humusabbau und Humusaufbau

Grundsätzlich ergibt sich die Humusbilanz aus der Differenz von Humusbildung und Humusabbau. Der Humusabbau erfolgt während der Wachstumszeit unserer Kulturpflanzen, wobei die Bodenlebewesen organisches Material als Nahrungsquelle verbrauchen. Der Humusabbau beträgt je nach angebauter Frucht ca. 0,7 bis 2 Prozent der im Boden vorhandenen Gesamthumusmenge von ca. 130.000 kg in der Ackerkrume (0 - 30 cm). Bei Hackfrüchten ist der Humusabbau größer als bei Getreide.

Die Humusbildung erfolgt durch Ernterückstände, die auf dem Acker verbleiben und durch Zufuhr von organischem Material (z. B. Gülle, Stallmist). Eine Gründüngung, der Anbau von humusmehrenden Früchten und die Bodenruhe, wie bei der Grünbrache, fördern den Aufbau von Humus im Boden. Sowohl der Humusabbau als auch -aufbau sind langfristige Prozesse. Eine ausgeglichene Humusbilanz muss daher oberstes Ziel sein.

Die Höhe des Humusgehaltes unserer Ackerböden wird langfristig vom Klima und der Bodenart bestimmt. Trockenes Klima verhindert den Humusabbau (z. B. Schwarzerdeböden der Ukraine). Unter feuchten Bedingungen kommt es ebenso zum Humusabbau (z. B. tropischer Regenwald) wie nach dem Einsatz von Bodenbearbeitungsgeräten.

Auf einem leichten Boden sind die Humusgehalte in der Regel niedriger als auf einem schweren Boden. Beide Größen – Bodenart und Klima – kann der Landwirt nicht beeinflussen und sind daher Standortfaktoren.

Ackerbauliche und pflanzenbauliche Maßnahmen wie z. B. die Wahl der Kulturpflanze, Fruchtfolgegestaltung und die Zu- und Abfuhr von organischem Dünger haben einen nicht unbedeutenden Einfluss auf den Humusgehalt.

Die Bestimmung des Humusgehaltes im Boden

Der organische Kohlenstoff (C-org) ist der einzig geeignete Maßstab für die Bestimmung des Humusgehaltes eines Bodens. Die Umrechnung vom C-Gehalt in organische Substanz erfolgt unter der Annahme eines mittleren C-Gehaltes der organischen Substanz von 50 Prozent. Ein standorttypischer C-org-Gehalt sollte demnach vorliegen, wenn die Ackerfläche über mindestens 10 Jahre nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis bewirtschaftet wurde. Die Aussagekraft des C-org-Wertes hängt entscheidend von der Bodenprobennahme ab. Diese soll im Frühjahr vor der Vegetationszeit erfolgen, wenn die Ernterückstände weitgehend abgebaut sind.

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aktualisiert: 08.08.2003 11:58
H. Bartels – W. Janka
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