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Pflanzenernährung im ökologischen Betrieb

Für die ökologische Landwirtschaft zugelassene und erhältliche Mineraldünger

Düngemittel, die in der ökologischen Landwirtschaft Verwendung finden sollen, müssen im Anhang II, Teil A zur VO (EWG) Nr. 2092/91 als zulässig aufgeführt sein. In der Regel muss der Bedarf ihrer Anwendung von der Kontrollstelle anerkannt werden. Verbandsrichtlinien können von dieser Verordnung abweichen.

Nicht jeder Mineraldünger, der nach obigem Anhang zulässig ist, wird heute noch im Handel angeboten. Das trifft z. B. für Thomasphosphat zu, welches bei den modernen Verhüttungsverfahren nicht mehr anfällt. Andererseits ist Thomaskalk nicht mehr anwendbar, da dem Produkt Thomaskalk 4 feinkörnig zur Einstellung seines garantierten P2O5-Gehaltes aufgeschlossene Phosphorsäure zugesetzt wird, obwohl dieser Dünger eigentlich unter den Sammelbegriff „Schlacken der Eisen- und Stahlbereitung“ des Anhangs II A fällt.

Damit bleiben aus dieser Produktfamilie der Fa. Thomasdünger lediglich der calciumsilicathaltige Hüttenkalk 47 und die verschiedenen Konverterkalke mit 41, 43 oder 50 % CaO bzw. der Konverterkalk 44 mit 40 % CaO und 4 % MgO als zugelassen übrig.

Da Thomasphosphat weggefallen ist, kommt als P-Einzeldünger für den ökologischen Landwirt lediglich der Düngemitteltyp Weicherdiges Rohphosphat in Frage. Anbieter für praxisübliche Mengen sind die Fa. Timac mit dem Produkt Physalg 27 und die Fa. Rheinkalk-KDI für das Produkt Dolophos 26 gran.

 

Als reinen Kalidünger bietet K+S für die ökologische Landwirtschaft das Produkt Kaliumsulfat 50 an. Dieses gibt es granuliert und fein. Patentkali und Magnesia Kainit enthalten Kalium und Magnesium ebenfalls in Sulfatform, Magnesia-Kainit außerdem relativ viel, nämlich 20 %, Kochsalz. Magnesia Kainit ist primär für die Grünlanddüngung gedacht. Voraussetzung ist allerdings ein hoher Anteil an Weidelgras in der Narbe, da insbesondere dieses das Natrium aufnimmt und damit die Schmackhaftigkeit des Futters und die Grundfutteraufnahme steigert.

 

Als reine schnellwirkende Magnesiumdünger in Sulfatform bietet K+S ESTA-Kieserit fein und granuliert zum Streuen oder Bittersalz zum Spritzen an. Beide sind jedoch im Vergleich zu den kohlensauren Magnesiumkalken als Magnesiumlieferanten vergleichsweise teuer.
Als einzigen PK-Dünger mit Magnesium für die Ökobetriebe bietet die Firma Thomasdünger das Produkt patent-PK 12+15+5 MgO an. Dieser Dünger stellt eine Mischung aus Patentkali und weicherdigem Rohphosphat dar.

 

Unter den Kalk- bzw. Kalk-Magnesium-Düngern sind lediglich die ungebrannten, aus dem gemahlenen Ausgangsgestein bestehenden kohlensauren Sorten zugelassen. Diese gibt es mit unterschiedlichen CaCO3 und MgCO3-Gehalten in relativ großer regionaler Anzahl. Teilweise wird ihnen z. B. noch Gips als Schwefellieferant, weicherdiges Rohphosphat als Phosphatquelle oder Kochsalz zur Natriumergänzung beigefügt. Ob für solche zulässige Ergänzungen ein Bedarf besteht, muss im konkreten Einzelfall entschieden werden. Im Regelfall sind die regionalen Kalkherkünfte am preiswertesten, wenn man sie im Rahmen der Kalkungsaktionen von Wasser- und Bodenverbänden und Maschinenringen frei Wurzel bezieht. Für die Wirksamkeit der kohlensauren Kalke ist deren Gesteinshärte und Mahlfeinheit und damit die Größe ihrer Oberfläche entscheidend, über welche die Kohlensäure des Bodenwassers die Lösung relativ langsam vollzieht.
Ein sicherlich guter, aber teurer, da transportbelasteter kohlensaurer Kalk ist das Produkt Lithothamne 400 G - granuliert der Fa. Timac. Dieser kohlensaure Kalk aus Meeresalgen wird an der französischen Atlantikküste aus dem Meer gefischt. Er enthält neben 70 % CaCO3, 6 % MgCO3. Seine poröse Struktur ist vergleichsweise gut löslich. Zum Schluss sei noch der bei der Zuckerherstellung anfallende Carbokalk erwähnt. Er ist ein hochwertiges, feinstrukturiertes gut lösliches Produkt und damit unbedingt empfehlenswert, sofern man ihn bekommen kann. Carbokalk wird frei Wurzel angeboten.

 

Verbandsbetriebe sollten ihre speziellen Richtlinien beachten.

>> Grundregeln der Düngung im ökologischen Landbau auf dem Ackerland

>> Einflussfaktoren auf die Nährstoffversorgung

>> Beispiele für Nährstoffbilanzen:

>> zum Formular für die Hoftorbilanz für N, P2O5, K2O

>> zugelassene und erhältliche Mineraldünger für den ÖL :: >> Übersichtstabelle

B5 d) Pflanzenernährung
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aktualisiert: 08.08.2003 11:58
W. Janka
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