Unkraut-
regulierung
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Landwirtschaft
Mechanische Beikrautregulierung – Striegeln

Striegelbauarten

Striegel sind gezogene Geräte mit starren oder gefederten Zinken und zum Teil verstellbarem Zinkendruck. Der Striegel wirkt vor allem durch Verschütten der Beikräuter, daneben auch durch Ausreißen und Lockerung der oberen Bodenschicht. Bei Getreide wird die Bestockung angeregt. Der Striegel hat geringen Zug- und Hubkraftbedarf, eine große Arbeitsbreite und eine einfache Bauweise.

Nach der Bauart unterscheidet man

  • Gliederegge,
  • Federzinken-Striegeleggen mit beweglichem Rahmen,
  • Striegeltypen mit starrem Rahmen.

Einflussfaktoren auf den Bearbeitungserfolg

  • Art und Ausmaß der Verunkrautung
    Kleinsamige Unkräuter wie z. B. Vogelmiere oder Ehrenpreis werden gut, großsamige und tiefkeimende Arten wie Klettenlabkraut, Windenknöterich und Flughafer weniger und Wurzelunkräuter gar nicht reduziert.
  • Bodenzustand
    Der Boden muss schüttfähig, krümelig und nicht zu feucht sein (beim Striegeln soll es so trocken sein, dass es staubt). Schwere, verkrustete Böden sollten vor dem Striegeln aufgebrochen werden, z. B. mit Prismen- oder Cambridgewalzen. Die Verkrustung wird gebrochen und kann von den Zinken des Striegels aufgearbeitet werden.
  • Witterung und Tageszeit
    Gestriegelt wird am besten bei trockener Witterung um die Mittagszeit, da die Pflanzen um diese Zeit schlaff und gegen mechanische Verletzungen widerstandsfähiger sind. Die Mittagshitze bewirkt weiters, dass die entwurzelten Beikräuter rasch absterben.
  • Einsatzzeitpunkt
    Das Beikraut muss in einem Stadium erfasst werden, in dem es verschüttet werden kann. Der größte Regulierungserfolg wird erzielt, wenn sich die Beikräuter im Keimfädchenstadium bis maximal im 4-Blattstadium befinden.
    Blindstriegeln: Vor dem Auflaufen der Saat. Im aufgelaufenen Bestand ist ein wirkungsvoller Einsatz möglich, sobald die Kulturpflanze gut verwurzelt ist - bei Getreide etwa ab dem 3-Blattstadium.
  • Fahrgeschwindigkeit
    Üblicherweise striegelt man mit einer Geschwindigkeit zwischen 6 und 10 km/h.
    • Je höher die Fahrgeschwindigkeit, desto besser ist die Bekämpfungswirkung und desto höher die Schlagkraft (Flächenleistung: 2 ha/Stunde).
    • Je geringer die Fahrgeschwindigkeit, um so geringer ist die Wirkung, aber um so schonender ist die Arbeit.
  • Gerätebedingter Einfluss
    Die Verschüttleistung des Striegels ist um so höher, je steiler der Anstellwinkel der Zinken, je höher der Zinkendruck und die Fahrgeschwindigkeit ist. Für schwere Böden werden stärkere Zinken angeboten, um höhere Zinkendrücke zu erzielen. Eine ganzflächige Bearbeitung wird durch einen engen Strichabstand der Zinken und eine gute Bodenanpassung des Gerätes ermöglicht. Die Verstopfungsgefahr des Gerätes ist abhängig von der Zinkenzahl pro Zinkenleiste und dem Abstand der Zinkenleisten voneinander. Je länger das Feld eines Striegels gebaut ist, desto weniger neigt der Striegel zu verstopfen.
    Durch Diagonal- oder Querstriegeln kann das Beikraut in der Reihe besser erfasst und so die Striegelwirkung erhöht werden.
    Die Saatmenge sollte bei einem geplanten Striegeleinsatz um ca. 10 Prozent erhöht werden, um bei
    starkem Striegeln keine Ertragseinbußen zu bekommen.
B7 Unkrautregulierung
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aktualisiert: 08.08.2003 11:58
W. Janka
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