Marketing
Öko-Landbau
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Landwirtschaft
Direktvermarktung

Definitionen (1)

Unter landwirtschaftlicher Direktvermarktung wird die unmittelbare Abgabe landwirtschaftlicher Produkte durch den Erzeuger auf dem Hof, auf dem Markt, an der Tür oder über eigene Läden an den Verbraucher verstanden.

 

Verbraucher ist nach dem Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz (§ 6 LMBG) derjenige, an den Lebensmittel zur persönlichen Verwendung oder zur Verwendung im eigenen Haushalt abgegeben werden.
Dem Verbraucher stehen gleich:

  • Gaststätten,
  • Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung,
  • Gewerbetreibende, so weit sie Lebensmittel zum Verbrauch innerhalb ihrer Betriebsstätte beziehen.

Marktsituation und Vermarktung

In den letzten Jahren wuchs der Markt für ökologisch erzeugte Produkte kontinuierlich, und dies obwohl der Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel stagnierte bzw. sogar zurückging. Lebensmittelskandale in der konventionellen Landwirtschaft förderten diesen Trend – der Nitrofen-Skandal bremste jedoch das Urvertrauen der Verbraucher in den Öko-Landbau, so dass dieser nur durch intensive, kundennahe, transparente Informationspolitik auch weiterhin wachsen kann.

Marktwege

Derzeit werden ca. 3 Prozent der Nahrungsmittel als „Bio-Produkte“ vermarktet, dies entspricht im Inland einem Umsatz von ca. 3 Mrd. €. Die Vermarktungswege hatten in letzter Zeit unterschiedliche Wachstumsraten (2). Nach Einschätzung der Verbraucher werden jedoch 10 Prozent der Haushaltseinkäufe für Öko-Produkte gehalten. Mit der eindeutigen Kennzeichnung werden daher Substitutionskäufe von vermeintlichen Öko-Produkten hin zu tatsächlichen Öko-Produkten stattfinden. (3)

  • 40 Prozent Naturkostläden, Reformhäuser (Steigerung ca. 10 Prozent)
  • 33 Prozent konventioneller Lebensmitteleinzelhandel (stärkste Zuwachsraten)
  • 15 - 20 Prozent Direktvermarkter
  • der Rest verteilt sich auf Bio-Supermärkte, Öko-Kaufhäuser und ähnliche Formen

Voraussetzungen für ein erfolgreiches Marketing (1)

Für den unternehmerischen Einstieg in die Direktvermarktung müssen die Voraussetzungen stimmen. Neben den persönlichen, betrieblichen und marktspezifischen Belangen ist auch eine Reihe von rechtlichen Bestimmungen zu beachten. Sie spielen für die Betriebsorganisation, den Verbraucherschutz, die Wettbewerbsgleichheit und die Steuergerechtigkeit eine wichtige Rolle.

Umfassende Liste der rechtlichen Bestimmungen

Quellen:

(1) Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten, Wichtige Rechtsvorschriften für die Direktvermarktung

(2) Redelberger, Hubert: Betriebsplanung im ökologischen Landbau, Bioland Verlags GmbH, 2003

(3) Ökomarkt Jahrbuch 2002, ZMP

D2 Agrarpolitik
c) Direktvermarktung ::: Seite 3 :::
aktualisiert: 08.08.2003 11:58
W. Janka
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